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André Glauser ist «Bärner des Jahres 2023»

«Ich bin gerührt und fühle mich geehrt»

Julio Da Silva (links) vom Büner und Lorenz Feller (rechts), Verlagsleiter des BärnerBär, überreichten dem «Bärner des Jahres 2023», Andrè Glauser, den «Goldenen Bären» und einen Gutschein vom Restaurant Büner. Foto: Daniel Zaugg

Unsere Leserinnen und Leser haben entschieden und sie waren sich einig: André Glauser ist «Bärner des Jahres 2023». Bei der Übergabe des «Goldenen Bären» war der Geschäftsführer der Stiftung «allani Kinderhospiz Bern» sehr gerührt. Mit dem Preis, einem Gutschein fürs Restaurant Büner im Wert von 500 Franken, will er denn auch sein Team für dessen enormen Einsatz belohnen.

Die Übergabe des «Goldenen Bären», der auf einem Original-Pflasterstein aus der Berner Marktgasse steht, fand letzten Freitag im Restaurant Büner im Berner Breitenrainquartier statt. André Glauser, frischgekürter «Bärner des Jahres 2023», erschien mit einem strahlenden Lächeln und zusammen mit Evelyn Bühlmann, Projektleiterin Pflege im allani Kinderhospiz Bern. Er fand, heute sei für ihn und alle «allanis» fast schon Weihnachten. Denn, dass er von den 22 Nominierten als Gewinner hervorgehen werde, das hätte er absolut nicht erwartet. «Alle diese 21 Bernerinnen und Berner wären würdige Gewinner:innen gewesen, denn alle haben Grosses bewegt.» Für ihn sei es deshalb eine sehr grosse Ehre – obwohl er selbst sich nicht als «Bärner des Jahres» fühle. «Ich bin Geschäftsführer bei allani. Ohne den Stiftungsrat, das Team und die vielen grossartigen Freiwilligen könnte unser Projekt nicht realisiert werden. Somit würde ich sagen: wir sind das ‘Bärner-Team des Jahres’».

Wie alles begann
Wie kam André Glauser überhaupt zu allani? «Meine berufliche Karriere könnte man grob in drei Abschnitte teilen: Der erste Lebensabschnitt gehörte meiner grossen Leidenschaft, dem Sport». Gut 30 Jahre lang war er in ganz unterschiedlichen Funktionen und in unterschiedlichen Bereichen des Sports tätig. Vom Fussball bis hin zum Golfsport, vom Sportjournalisten, Medienchef bis hin zum Manager von Spitzensportlern. «Ich bin enorm dankbar für diese tollen, erlebnisreichen Jahre».

Als zweite Schaffensphase bezeichnet Glauser die Gründung eines Start-ups zusammen mit zwei Kollegen. «Wir haben ein digitales Management-Tool entwickelt, mit dessen Hilfe man die Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeitenden ermitteln, auswerten, analysieren und passende Massnahmen ableiten kann». Ende 2020 zog sich André Glauser aus dem operativen Geschäft zurück. «Danach stellte sich mir die Frage, was ich in meinem letzten Berufsabschnitt noch machen möchte.»

Einige Wochen später leitete «mir ein Freund einen Newsletter weiter, in welchem ein Geschäftsführer für das allani Kinderhospiz gesucht wurde. Ich spürte sofort: Das ist es!» Und damit startete Phase drei seines Lebens. Er sei als Vater dreier gesunder und inzwischen erwachsener Kinder derart privilegiert und sich dessen auch sehr bewusst, dass er darin eine Möglichkeit sah, Familien zu helfen, die vom Schicksal weniger begünstigt worden seien als er. Je mehr er sich mit dem Kinderhospiz befasste, desto überzeugter war er von dessen absoluter Notwendigkeit.

«Zwischen Spital und Spitex klafft in der Schweiz eine grosse Lücke. Man kann sich nicht vorstellen, was Kinder mit lebensverkürzenden Krankheiten und deren Familien – insbesondere auch deren Geschwister – in einer solchen Situation durchleben. Nicht selten gerät das Konstrukt Familie komplett an seine Belastungsgrenzen», erklärt der 61-Jährige. «Ein Hospiz bietet hier enorme Entlastung, indem die kranken Kinder tage- oder wochenweise in familiärer Umgebung professionell und liebevoll betreut werden und die Familien so wieder mal durchatmen und zu einer gewissen Normalität zurückfinden können».
Die Idee, in Bern ein Kinderhospiz zu eröffnen, begann vor über sieben Jahren an einem Küchentisch. Unzählige Stunden im Ehrenamt wurden danach geleistet, so dass aus der Idee 2016 zuerst ein Verein entstand, der Ende März 2022 schliesslich in eine Stiftung überführt wurde. Aktuell ist der Umbau der Liegenschaft, die allani dank der finanziellen Unterstützung der Heinz Schöffler-Stiftung und der Katholischen Kirche Region Bern kaufen konnte, voll im Gang. Ebenso das Fundraising, das Erarbeiten aller relevanten Prozesse und Strukturen, die politische Arbeit und das Rekrutieren der zukünftigen Mitarbeitenden.

«allani» startet im Mai 2024
Für Mai 2024 ist der Start des Kinderhospizes geplant. «Ich habe grossen Respekt vor dieser Aufgabe. Aber ich habe mich auch sehr gefreut, dass wir innerhalb von nur gerade zwei Monaten 17 hochqualifizierte Pflegefachkräfte verpflichten konnten», erzählt Glauser. Sehr motivierend für ihn und sein Team sei zudem, dass sich nun doch auch auf politischer Ebene langsam etwas in Bewegung setze. «Dadurch, dass auch die Medien vermehrt auf dieses Thema aufmerksam werden, kommt es zu einer gewissen Enttabuisierung, was trotz der immensen Traurigkeit sehr wichtig für die betroffenen Familien und für entsprechende Angebote ist».

Deshalb verleihe auch der «Goldene Bär» ihnen allen «Bärenkräfte». Denn, und das liegt André Glauser besonders am Herzen: «Ich möchte mich an dieser Stelle bei den Kinderärzten, Pflegenden, den Spitex-Organisationen und allen Ehrenamtlichen bedanken, die sich so intensiv um die rund 7 000 Kinder mit lebensverkürzenden Krankheiten und ihre Familien kümmern. Was sie leisten, ist grossartig und ihre Hingabe ist einfach wunderbar». Andrea Bauer

PERSÖNLICH

André Glauser, 61, wuchs in Thörishaus auf und war gut 30 Jahre lang im Sportumfeld tätig. Danach gründete er ein Start-up, gab dieses nach sechs Jahren ab und ist seit Mai 2021 als Geschäftsführer der Stiftung «allani Kinderhospiz Bern» tätig. Glauser ist verheiratet, Vater dreier erwachsener Kinder, stolzer Grossvater einer Enkeltochter und wohnt in Krauchthal. In seiner Freizeit fährt er Motorrad, liebt das Gleitschirmfliegen und hört gerne Musik.

allani

Was heisst eigentlich «allani»?
Allani war die Göttin der Unterwelt der Hurriter, eines bronzezeitlichen Volkes im Alten Orient. Als Wächterin des Tores zur Unterwelt begleitete sie den Übergang vom Diesseits ins Jenseits.

Und warum die Pusteblume?
Die Pusteblume steht als Symbol für das Loslassen und die Vergänglichkeit, aber auch stellvertretend für einen Neuanfang.

Weitere Informationen zu allani: https://allani.ch/de/

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