15. Beschuldigter im Fall Crans-Montana sagt vor den Ermittlern aus

Keystone-SDA
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Oberwallis,

Der ehemalige Vizepräsident der Gemeinde Chermignon hat am Dienstag als 15. Beschuldigter im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe in Crans-Montana VS vor der Staatsanwaltschaft ausgesagt. Der frühere Kommunalpolitiker entschied sich bereits bei seiner ersten Einvernahme zur Zusammenarbeit mit den Ermittlern.

Crans Montana
Der ehemalige Vizepräsident der Gemeinde Chermignon hat am Dienstag als 15. Beschuldigter vor der Staatsanwaltschaft ausgesagt. - keystone

Seit 09.00 Uhr wurde der 15. Beschuldigte im Fall der Brandkatastrophe auf dem Campus Energypolis in Sitten befragt. Er beantwortete die Fragen der für die Untersuchung zuständigen Staatsanwältinnen.

Im Jahr 2015 hatte der Beschuldigte die Feuerkommission der Gemeinde Chermignon geleitet. Die Staatsanwaltschaft erhofft sich von seiner Einvernahme zusätzliche Erkenntnisse über die Arbeiten, die Jessica und Jacques Moretti bei ihrer Übernahme der Geschäftsführung der Unglücks-Bar «Le Constellation» durchgeführt hatten. Die vier Gemeinden Chermignon, Montana, Randogne und Mollens fusionierten 2017 zur neuen politischen Gemeinde Crans-Montana.

Der ehemalige Gemeindepräsident Jean-Claude Savoy wird seinerseits am Donnerstag zum zweiten Mal einvernommen. Bei seiner ersten Befragung am 13. Mai hatte der frühere Politiker die Aussage verweigert. Wie das Schweizer Recht vorsieht, machte er von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, da ihm die Strafakten noch nicht zugänglich gewesen waren. Die Einvernahme wurde daraufhin vorzeitig beendet.

Der Sicherheitsverantwortliche von Chermignon, der bis zum 31. Dezember 2016 im Amt war, wird am Dienstag, 28. Juli, ebenfalls in Sitten einvernommen. Sein Termin vor dem Ermittlerteam wurde wegen der Verhinderung seines Anwalts um zwei Wochen verschoben.

Nach diesen Befragungen ehemaliger Dienststellenleiter und Politiker der Gemeinde Chermignon dürfte die Staatsanwaltschaft besser beurteilen können, ob sie auch Vertreter des Kantons Wallis anklagen wird.

Alle Beschuldigten müssen sich in diesem Verfahren wegen derselben Vorwürfe verantworten: fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandverursachung. Jessica Moretti muss sich seit ihrer letzten Einvernahme am 5. Juni zudem wegen Urkundenfälschung verantworten.

Beim Brand in der Bar «Le Constellation» in der Silvesternacht kamen 41 zumeist junge Menschen ums Leben, 115 wurden teilweise schwer verletzt.

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