Armee über Drohnen: «Keine Ahnung, wer das ist»

Jetzt ist klar, wo die mysteriösen Drohnen auftauchten: Sie flogen mutmasslich über eine besonders sensible Militäranlage im Emmental.

Das Wichtigste in Kürze
- Drohnen flogen über die sensible Kaserne Jassbach im Emmental.
- Die Armee vermutet hinter den Flügen Spionage durch ausländische Dienste.
- Gegen die unbekannten Drohnen gibt es bisher keine Ermittlungen.
Die von Armeechef Benedikt Roos kürzlich erwähnten Drohnen sind über die Kaserne Jassbach im Emmental BE geflogen.
Dort werden Spezialistinnen und Spezialisten für Cyberabwehr und Funkaufklärung ausgebildet, wie die «SonntagsZeitung» schrieb. Nahe der Kaserne befinde sich zudem die Abhöranlage Wolfrichti.
«Kein Lausbubenstreich»
Diese könnte für ausländische Geheimdienste von Interesse sein. Über dem Waffenplatz seien die Drohnen im Februar an mehreren Tagen gesichtet worden. Sie hätten weder abgefangen noch ihre Betreiber identifiziert werden können.
«Das ist kein Lausbubenstreich mehr. Da braucht es schon ein bisschen Know-how, damit man Drohnen – von weiss ich woher – über kritische Infrastruktur schicken kann, und dann verschwinden sie wieder, und wir haben keine Ahnung, wer das ist», sagte Roos.
Ein Verfahren werde nicht geführt. Weder die Bundesanwaltschaft noch die Militärjustiz hätten Ermittlungen eröffnet.
Armee kann Drohnen nur beschränkt abwehren
Auch über dem Luftwaffenstützpunkt Meiringen BE gab es weitere verdächtige Drohnen-Vorfälle, wie der «SonntagsBlick» schrieb. Die Armee vermute Spionage.
Meiringen sei als künftiger F-35-Standort für ausländische Nachrichtendienste von Interesse. Laut der Zeitung habe Roos auch in diesem Fall keine Anzeige erstattet.
Die Armee verfügt derzeit nur über beschränkte Möglichkeiten zur Drohnenabwehr. Ein spezielles Drohnenbataillon befindet sich erst im Aufbau.






