Heftige Unwetter in der Region Zürich

Bern,
Die Hitzewelle hat am Donnerstag die Schweiz erreicht. Sie wird sicher bis am Dienstag anhalten, wobei davon auszugehen ist, dass es auch danach heiss bleibt.

Der Hitze-Ticker im Überblick
10- 15'000 Blitze im ganzen Land
- Über 600 Notrufe in der Stadt Zürich
- Rämistrasse komplett blockiert
- Unwetter hinterlässt auch in Stadt Zürich Spuren
- Autos kämpfen sich durch Wassermassen in Meilen ZH
- In Zürich giesst es wie aus Eimern
- Grosse Gewittergefahr für bestimmte Regionen
- Kanton Bern stuft Waldbrandgefahr als «erheblich» ein
Spätestens seit gestern ist in der Schweiz Schwitzen angesagt. Die aktuelle Hitzewelle hat am Donnerstag begonnen. Gleich in der Nacht auf Freitag gab es vielerorts Tropennächte, also Nächte, in denen die Temperatur über 20 Grad blieb. Heute Nachmittag kann es zu Gewitter, Hagel und Sturmböen kommen.
Seit Donnerstagmittag gelten Hitzewarnungen der Stufen 3 und 4 des Bundes. Zunächst sind die Warnungen bis Dienstag befristet. «Es ist aus heutiger Sicht wahrscheinlich, dass die Warnung nach Dienstag noch verlängert werden muss», schreibt MeteoSchweiz. Die Hitzewelle dürfte also auch danach andauern.
Meteorologin Regula Keller erklärte gegenüber Nau.ch die Gründe für die lang anhaltende Hitzephase. Es handle sich um ein Hochdruckgebiet in einer Omega-Konstellation: «Das heisst, das Hoch wird von zwei Tiefdruckgebieten flankiert.»
Eine solche Formation kann sich gemäss Keller aufgrund der Strömungssituation praktisch selber aufrecht erhalten – und somit lange anhalten.
Im Nau.ch-Ticker bleibst du auf dem Laufenden:
Mehrere Menschen sind bei einem heftigen Unwetter am Freitagabend in Zürich verletzt worden. Eine 16-Jährige wurde von einem herabfallenden Ast getroffen und schwer verletzt, wie Schutz und Rettung Zürich mitteilte. Nach der medizinischen Erstversorgung wurde sie der Mitteilung zufolge in kritischem Zustand ins Spital gebracht.

Am Mythenquai wurden den Angaben zufolge sechs weitere Personen durch umstürzende Bäume leicht verletzt. Zwei von ihnen mussten hospitalisiert werden.
Die Einsatzzentrale von SRZ registrierte 730 Feuerwehr- und 130 Sanitätsnotrufe. Insgesamt wurden im Kanton Zürich 680 Feuerwehreinsätze disponiert. Besonders betroffen waren neben der Stadt Zürich die Regionen Bülach, Bassersdorf, Dübendorf, Erlenbach und Meilen.
SRF Meteo berichtete von landesweit mehr als 15'000 Blitzen, Starkregen und Hagelkörnern so gross wie Golfbälle.
Zudem habe es Sturmböen gegeben, sagte SRF-Meteorologe Thomas Bucheli in der Sendung. In Luzern etwa sei eine Böe mit einer Geschwindigkeit von 91 km/h gemessen worden. In Sihlbrugg fielen gemäss dem Ticker der Wetterredaktion von Schweizer Radio und Fernsehen 50 Millimeter Regen, in Zürich-Leutschenbach waren es 37 Millimeter.

Zu den besonders betroffenen Orten gehörte die Stadt Zürich. Wegen umgeknickter Bäume war der Trambetrieb namentlich in der Innenstadt eingeschränkt. Um eine vollständige Betriebseinstellung handle es sich nicht, teilte das Contact Center des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV).
Die Rämistrasse in der Stadt Zürich ist komplett blockiert. Wegen des Unwetters stürzte ein Baum auf die Strasse. Dabei begrub er mehrere Autos unter sich und riss eine Fahrleitung für Trams herunter. Der Tramverkehr ist in der Folge ebenfalls eingeschränkt.

Auch in der Stadt Zürich wütete das Gewitter. Bilder zeigen Äste am Boden beim Bellevue und überflutete Strassen beim Bahnhof Tiefenbrunnen.
Auch der Hauptbahnhof Zürich ist betroffen: Wegen der heftigen Regenfälle tritt Wasser ein, Fotos zeigen überflutete Treppen. Einige Bereiche wurden in der Folge gesperrt.

Ab Freitag ab 15.30 Uhr gilt für mehrere Regionen eine erhebliche Gewitterwarnung, wie der Bund mitteilt. Betroffen sind die Regionen Thun-Belp, Langnau-Eggiwil, Schangnau-Sigriswil, Niedersimmental und Jogne – Haute-Gruyère.
Mögliche Folgen sind Hangrutschungen, plötzlich auftretende Flutwellen in Bächen sowie lokale Überschwemmungen. Zudem besteht die Gefahr von Hagelschäden, herabfallenden Ästen, umstürzenden Bäumen und Blitzeinschlägen.

Die Behörden empfehlen, sich bei Gewittern im offenen Gelände bei Blitzschlaggefahr in die Hocke zu begeben – mit geschlossenen Füssen und möglichst wenig Bodenkontakt. Hinlegen sollte man sich nicht.
Ausserdem sollten Gewässer, exponierte Standorte wie Berggipfel, einzelne Bäume, Masten oder Türme sowie offene Flächen wie Felder und Lichtungen gemieden werden.
Im Kanton Bern gilt seit heute Freitag eine erhebliche Waldbrandgefahr. Die Gefahrenstufe beträgt neu 3 von 5. Noch am Donnerstagmittag wurde die Gefahr mit 2 von 5 als «mässig» eingestuft.

Im Kanton Wallis hingegen wurde die Waldbrandgefahr bereits am Donnerstagmittag auf Stufe 4 gesetzt. In weiten Teilen des Kantons herrscht grosse Waldbrandgefahr.
Am Freitagnachmittag können Wolken aufziehen und Gewitter mit Hagel und Sturmböen entstehen – SRF warnt: «Gefahr für Sonnenstoren.» Diese sollen eingezogen, Sonnenschirme bei Abwesenheit geschlossen werden. «MeteoSchweiz» rechnet teils auch mit grösseren Niederschlagsmengen.

Am Wochenende wird das Wetter ähnlich: Tagsüber scheint die Sonne bei schwülen Temperaturen von bis zu 36 Grad im Flachland. Auch auf 2000 Meter über Meer ist es 20 Grad warm. Am Nachmittag und Abend sind Schauer und Gewitter möglich.






