Wallis

Mann stirbt im Wallis nach robotergestützter OP – Ermittlungen

Simon Ulrich
Simon Ulrich

Oberwallis,

Bei der Tumorentfernung soll ein Gefäss verletzt worden sein. Der Mann wurde zwei Stunden reanimiert, doch jede Hilfe kam zu spät. Experten klären den Fall.

Operation
In Visp starb ein Patient nach schweren Komplikationen bei einer robotergestützten Nierenoperation. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach einer Nierenoperation in Visp ist ein Patient aus dem Oberwallis gestorben.
  • Die Roboteroperation wurde abgebrochen und konventionell weitergeführt.
  • Staatsanwaltschaft und externe Experten untersuchen nun die Todesumstände.

Nach einer Nierenoperation im Spitalzentrum Oberwallis in Visp ist ein Patient gestorben. Bei dem Oberwalliser sollte ein Tumor entfernt werden. Angehörige sagen, der Eingriff sei ihnen zuvor als Routineoperation beschrieben worden.

Während der Operation kam es zu schweren Komplikationen, wie der «Walliser Bote» berichtet. Nach Angaben aus dem Umfeld wurde ein Gefäss verletzt. Der Eingriff soll zunächst mit einem robotergestützten Operationssystem durchgeführt worden sein.

Nach der Komplikation sei die Roboteroperation abgebrochen und konventionell weitergeführt worden. Der Patient musste rund zwei Stunden reanimiert werden, starb aber. Er wurde zur Obduktion nach Bern gebracht.

Staatsanwaltschaft klärt Todesfall ab

Die Staatsanwaltschaft hat Vorabklärungen eingeleitet. Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud erklärte, am 19. Juni sei eine Meldung über einen Todesfall im Spital Visp eingegangen.

Da es sich um einen «aussergewöhnlichen Todesfall» handle, würden die gesetzlich vorgesehenen Abklärungen laufen. Zu den genauen Umständen und zur Rolle des Da-Vinci-Operationssystems könne sie derzeit nichts sagen.

Auch externe medizinische Experten untersuchen den Fall. Sie sollen klären, ob eine seltene Komplikation oder ein Behandlungsfehler vorliegt.

Das Spitalzentrum Oberwallis hatte robotergestützte Chirurgie erst vor wenigen Monaten eingeführt. Besonders in der Urologie sollen damit Eingriffe an Prostata, Nieren und Harnblase durchgeführt werden.

Würdest du dich von einem Roboter operieren lassen?

Bei dieser Technik operiert der Roboter nicht selbstständig. Die Chirurgin oder der Chirurg steuert die Instrumente über eine Konsole.

Spital beantwortet konkrete Fragen nicht

Das Spital äusserte sich zu konkreten Fragen des «Walliser Boten» nicht. Die Direktion verwies auf das Berufs- und Amtsgeheimnis.

Unklar bleibt damit vorerst, ob weiter mit dem System operiert wird. Ebenfalls offen ist, ob der zuständige Chefarzt weiterhin operativ tätig ist und es seit der Einführung weitere schwere Zwischenfälle gab.

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