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Wisente im Berner Tierpark lieben das Sonnenbaden

Keystone-SDA Regional
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Bern,

Seit Tagen steigen die Temperaturen über 30 Grad an. Für die meisten Tiere im Berner Tierpark kein grosses Problem. Es gibt sogar ungewöhnliche Sonnenanbeter unter ihnen: die Wisente.

Der europäische Bison ist nicht nur wintertauglich, er mag auch das Sonnenbaden. (Archivbild).
Der europäische Bison ist nicht nur wintertauglich, er mag auch das Sonnenbaden. (Archivbild). - KEYSTONE/WWF SCHWEIZ

Sie stammen eigentlich aus kühleren Regionen Europas. Der europäische Bison ist ein vierbeiniges Kraftpaket in braunem Fellkleid. Bestens gerüstet für eiskalte Winter in rauer, karger Landschaft, hat man als Laie auf den ersten Blick den Eindruck.

Doch die Wisente mögen auch das «Sünnele» ganz gern. Trotz ausreichend vorhandenem Schatten im Gehege legen sie sich immer wieder in die pralle Sonne, wie der Berner Tierpark in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt.

Wisente wechseln je nach Jahreszeit ihr Fell. Im Winter schützt sie ein dichtes Winterfell vor der Kälte, im Sommer hält ein leichteres Sommerfell aber auch die Hitze auf Distanz.

Wie die Wisente stammt ein guter Teil der Berner Tiere aus nordisch-europäischen Regionen oder einheimischen Gefilden. Dort sind laut Tierpark saisonale Temperaturunterschiede von 30 bis 40 Grad oder mehr keine Seltenheit. Im Lauf der Evolution hätten sich die Tiere daran angepasst, heisst es beim Tierpark. Etwa mit dem System des Fellwechsels. Die Evolution hat also für Hitzeschutz gesorgt.

Im Gegensatz zu den meisten Menschen können die Tiere auch selbst wählen, wann sie aktiv sein wollen. Dementsprechend tun dies viele erst in den kühleren Tagesrandzeiten. Vorher wird ausgiebig Siesta gemacht. Von diesem tierisch-klugen Verhalten könnten sich die Menschen wohl eine Scheibe abschneiden.

Und dann gibt es im Tierpark auch Tiere, die sich in der Hitze richtig wohlfühlen, etwa wärmeliebende Reptilien wie die Kleinasiatische Bergotter, Schildkröten oder Mauer- und Zauneidechsen. Sie verbringen heisse Tage gerne ausgiebig sonnenbadend am Teichrand oder auf Steinen.

Die Anlagen im Berner Tierpark sind so konzipiert, dass sie den Tieren ganzjährig verschiedene Zonen bieten: Schattenplätze, Sonnenplätze, Wasserstellen, Erdhügel oder Höhlen sowie Orte mit mehr Durchzug. So könne jedes Tier nach eigenem Gusto wählen, wo es ihm am wohlsten sei und sein natürliches Verhaltensrepertoire ausleben.

An besonders heissen Tagen sorgt das Tierpflegeteam mit gezielten Massnahmen für Abkühlung. So stehen in vielen Anlagen Teiche, Sprinkleranlagen oder fliessendes Wasser zur Verfügung. Etwa für die Moschusochsen, die sich selbst immer wieder gerne unter den Sprinkler stellen oder ins kühle Nass legen.

Bekannt sind auch Bilder aus Zoos, in denen Tiere an heissen Tagen Futter in Eisblöcken erhalten. Auch im Berner Tierpark gibt es diese «Glacé-Leckerbissen», etwa für Eisfüchse, Seehunde oder Bären.

Die Eisblöcke erhalten die Tiere aber nicht in erster Linie zur Kühlung, sondern zur Beschäftigung. «Die Tiere müssen warten, bis das Eis schmilzt, oder es aufbrechen, um an ihr Futter zu kommen. Die kühlende Wirkung ist ein willkommener Nebeneffekt», schreiben die Tierparkverantwortlichen.

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