Berner Nationalrätin: «Bei Gleichstellung auch KI berücksichtigen»

Bern,
Die Berner Nationalrätin Fabienne Stämpfli verweist auf Studien, die zeigen: Frauen sind in ihren Jobs eher von KI betroffen als Männer.
00:00 / 00:00
Das Wichtigste in Kürze
- Berufe mit hohem Frauenanteil sind eher von KI betroffen.
- Der Bundesrat müsse dies in der Gleichstellungsstrategie 2030 berücksichtigen, fordert GLP-Nationalrätin Fabienne Stämpfli.
- Es gehe darum, frühzeitig Auswirkungen auf die Chancengleichheit zu erkennen.
Gemäss internationalen Studien könnten vor allem Berufe in der Dienstleistungsbranche, der Kommunikation und administrative Berufsfelder von KI betroffen sein. «Und das sind halt Berufsfelder, wo der Frauenanteil grundsätzlich höher ist», sagt die Berner GLP-Nationalrätin Fabienne Stämpfli.
Zusammen mit Mitstreiterinnen und einem Mitstreiter aus allen anderen Fraktionen will sie, dass der Bundesrat dies berücksichtigt. Er soll die Auswirkungen generativer KI auf die Gleichstellung der Geschlechter in die Gleichstellungsstrategie 2030 integrieren.
Auswirkungen von KI auf Chancengleichheit
Denn, so steht es im Text der sechs gleichlautenden Motionen: Eine Studie von Goldman Sachs zeige, 80 Prozent der Frauen arbeiteten in KI-betroffenen Berufen. Aber «nur» 60 Prozent der Männer.

Das heisse nun nicht, dass die Mehrheit der Erwerbstätigen in den nächsten Jahren wegen KI arbeitslos werde, stellt Stämpfli klar. Auch wenn KI wohl eine der grössten Veränderungen der nächsten Jahre in der Arbeitswelt sei. Die Idee sei vielmehr, zu beobachten, zu analysieren, so Stämpfli.
«Gibt es Auswirkungen auf die Chancengleichheit? Kann es Unsicherheiten verstärken – oder auch nicht? Genau das sollte sich dann zeigen», so die Erwartung der Nationalrätin.
KI in der Arbeitswelt: Bundesrat soll beobachten
Ihre Motion verlange also nicht, dass der Bundesrat Massnahmen gegen KI ins Auge fasse. «Nein, wir wollen überhaupt nicht den Fortschritt bremsen, den KI für die Arbeitswelt bringen kann», betont Stämpfli. Denn KI könne durchaus auch Chancen bringen im Bereich neuer Berufe, neuer Arbeitswelten.
Das könne sich für die verschiedenen Geschlechter auch positiv auswirken. «Das weiss man zum heutigen Zeitpunkt schlicht nicht – aber es wäre gut, wenn man das frühzeitig beobachten würde.»




