Stadt Bern prüft Dauerreservierung des Bundesplatzes am 14. Juni

Bern,
Der Berner Gemeinderat muss gegen seinen Willen prüfen, ob der Bundesplatz künftig an jedem 14. Juni für den feministischen Streiktag reserviert werden soll. Der Stadtrat hat am Donnerstag mit 30 zu 28 Stimmen ein entsprechendes Postulat der Fraktion GB/JA überwiesen.

Mit einer Dauerreservierung könnte die Stadt administrative Hürden für die Streikbewegung beseitigen, argumentieren die Urheberinnen des Vorstosses. Zudem nähme die Stadt so ihre besondere Verantwortung für die Gleichstellung wahr. Denkbar wäre etwa, das Kundgebungsreglement entsprechend anzupassen.
Der Bundesplatz müsse dem queerfeministischen Kampf gehören, bis die Gleichberechtigung erreicht sei, forderte Nora Joos (JA). Die Organisatorinnen sollten nicht von der Gutmütigkeit der Bewilligungsbehörde abhängig sein.
Für den Vorstoss stimmten auch die Fraktionen SP/Juso und AL/PdA/TIF; alle anderen waren dagegen. Michelle Steinemann (Mitte) sagte, es müsse nicht alles reglementiert werden. Debora Alder-Gasser (EVP/GLP) warnte vor einem Präjudiz.
Ursula Stöckli (FDP) ergänzte, Gleichstellung bedeute nicht nur gleiche Rechte, sondern auch gleiche Pflichten für alle. «Holt eine Bewilligung ein wie alle anderen», sagte sie in Richtung des feministischen Streikkollektivs.
Die Stadtregierung anerkenne die Bedeutung des Datums, betonte Gemeinderat Alec von Graffenried (GFL). Sie wolle keine gesetzliche Sonderregelung schaffen, werde die Anliegen des Streiks aber weiterhin im Bewilligungsprozess berücksichtigen. Dazu gehöre eine Demo auf dem Bundesplatz auch dann, wenn der 14. Juni wie im Jahr 2027 auf einen Sessionstag der eidgenössischen Räte falle.
An diesem Sonntag – dem 14. Juni 2026 – verzichtet das Feministische Streikkollektiv Bern auf eine Grossdemonstration in der Innenstadt, nutzt den Bundesplatz aber als Zentrum des Streiktags. Daneben finden dezentrale, private Aktionen statt.






