Wurde zum begriff fürs «Auto nach Bedarf»: mobility

Carsharing – 3000 Autos um Mobilitätslücken zu schliessen

Stefan Roschi ist Medienverantwortlicher bei Mobility. Foto: zvg

Ein Auto mieten ist nicht schwer, doch das Modell «Mobility», eine Urschweizer Idee, hat für Gelegenheitsfahrer sehr solide Vorteile. Dafür sprechen 75 000 Genossenschaftsmitglieder und 270 000 Kundinnen und Kunden. «So viele können sich nicht irren», sagt der Mobility-Medienverantwortliche Stefan Roschi zum BärnerBär.

Ihre Autos sind seit bald 30 Jahren ein vertrauter Teil des Schweizer Strassenbildes, fast so etwas wie der Öffentliche Verkehr. Und entsprechend bekannt ist die Marke Mobility auch. Das liegt an der Flotte von 3000 Fahrzeugen und insgesamt 1500 Standorten – in den acht grössten Städten des Landes innerhalb von ein paar hundert Metern erreichbar. Einer der grössten Standorte und der mit der grössten E-Autoflotte befindet sich übrigens in der Einstellhalle des Berner Hauptbahnhofs.
Mobility ist eine Genossenschaft, 1997 aus einer Fusion von zwei 1987 gegründeten lokalen Pionierorganisationen («Autoteilet» Stans und «Sharecom» Zürich) entstanden. Das Konzept von Mobility ist seit Beginn unverändert, ausser dass es heute keine Autoschlüsselkästli und Fahrtenbüechli gibt, sondern alles praktisch digitalisiert ist.

Mobility ist eine Autovermietung, oder?
Im entferntesten Sinne, mit grossen Unterschieden. Wir ermöglichen mit einem differenzierten Tarifsystem schon die stundenweise Nutzung, und andererseits es ist eine ökonomisch-ökologische Alternative zum privaten Autoeigentum. Mit den Transportern sind wir auch für Autobesitzer eine beliebte Ergänzung.

Damit sind wir beim Zielpublikum.
Typische Genossenschafterinnen und Genossenschafter und Kundinnen und Kunden sind Leute, die nur selten ein Auto benötigen, für grössere oder sperrige Einkäufe, für Ausflüge mit Familie und viel Gepäck oder als Umzugshilfe. Es sind mehrheitlich Menschen, die sich im Alltag mit ÖV, Velo oder zu Fuss fortbewegen. Für Leute, die in der Stadt leben und arbeiten, ist ein eigenes Auto in den meisten Fällen nur teurer Ballast, Preis für den Kauf, die Parkkarte, das lohnt sich alles nicht. Männer nutzen Mobility etwas mehr als Frauen, 30- bis 45-Jährige sind die Hauptnutzer, Jüngere und Ältere holen auf. Auch Lernfahrerinnen und -fahrer haben Mobility für die Fahrpraxis entdeckt, es gibt dafür ein gezieltes Angebot.

Reden wir von den Kosten, wie wird die Miete berechnet?
Der Mobility-Tarif besteht aus zwei Preisen: die Miete pro Stunde und das Kilometergeld. Je nach Fahrzeugart – Kleinwagen, Kompaktauto, Kombi oder Minivan, Cabrio oder Transporter – kostet die Stunde zwischen CHF 2.– und 4.50. Hinzu kommen die gefahrenen Kilometer von CHF –.60, –.70, –.80 oder 1.10. Treibstoff – Benzin, Diesel oder Strom – Fahrzeugsteuern und Versicherungen, Service und Wartung sowie Reinigung sind in den Preisen enthalten.

Ich gebe Ihnen einige konkrete Beispiele:

  • Miete eines Kleinwagens für den Einkauf oder eine Entsorgungstour für 4 Stunden und 20 km: CHF 20.80 
  • Miete eines E-Kombi für ein Wellness-Weekend für 48 Stunden und 200 km: CHF 196.–
  • Transporter-Miete für den Umzug, für 10 Stunden und 60 km: CHF 113.40.

Damit angesprochen sind die Fahrzeug-Klassen
Es sind deren sieben: «Budget», die Kleinwagen, «Economy», Kompakt-autos der Golf-Klasse, sodann «Combis» und als Ergänzung Cabrios, repräsentativere Mittelklasseautos, Minivans und Transporter. Drei Viertel der Mobilitiy-Fahrzeuge sind Automaten, es gibt Hybride, Benziner, Diesler und schon über 500 vollelektrische Fahrzeuge. Bis 2030 möchten wir die ganze Flotte auf Elektro umstellen.

Was kostet die Mitgliedschaft?
Vorweg: Wer nur ein-, allenfalls zweimal im Jahr spontan ein Mobility-­Auto mietet, muss nicht Mitglied sein, wozu auch. Das meistgenutzte Programm «mobilityPLUS» lohnt sich für alle, die öfter ein Auto kurzzeitig mieten, für Ausflüge, Grosseinkäufe, Umzüge usw. Sie erhalten eine Mobility-Card, bezahlen monatlich CHF 9.90 und profitieren von günstigeren Tarifen. Genossenschafter – «mobilityMEMBER» – beteiligen sich mit einem Anteilsschein von CHF 1000.– und einer einmaligen Gebühr von CHF 250.–. Für sie entfällt die Monatsgebühr, sie erhalten die besten Konditionenen, sowie Vergünstigungen und Rabatte. Wenn sie aus der Genossenschaft austreten, erhalten sie den 1000-Franken-Anteil wieder zurück.

Wie wird man Teil von Mobility?
Indem man auf der Website das Online-Formular ausfüllt und ein Foto des Fahrausweises und von sich selbst schickt. Danach erfolgt die Freischaltung und der Zusand der Mobility-Card. Diese, oder der SwissPass oder das Handy sind sodann die «Schlüssel» zur Mobility-Welt.

Wie reserviert und bezahlt man?
Die Autoreservation erfolgt entweder über die Mobility-App, sie wurde 2023 als eine der praktischsten ausgezeichnet, via Website oder auch direkt per Telefon. Das reservierte Auto öffnet man danach mit der erwähnten Card. Die Zahlung für die genutzte Zeit erfolgt nach Wahl – gegen Rechnung, mit Kreditkarte oder Twint.

PERSÖNLICH

Stefan Roschi, 41, war 1998 der erste, welcher den Beruf Automatiker erlernte, ein Sammelbegriff für Elektrotechnik, Robotik usw. 2007 wechselte er nach Zeitungspraktikas und Ausbildung an der Ringierschule in den Journalismus. Seit 2022 ist er Medienverantwortlicher von Mobility. Er ist aufgewachsen und lebt in Luzern.

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