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Michael Friedli: «Beim Sanieren einer Liegenschaft ist die gesamthafte Betrachtung entscheidend.» Foto: Fabian Hofmann
Nachhaltig Bauen und energiesparend Wohnen

«Da waren wir etwas blauäugig»

Michael Friedli, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Von Graffenried AG Liegenschaften, spricht mit dem WohnBär über die Vorzüge von Leichtbauwänden, Spaghetti-­Wasser kochen und Stoss­lüften.

«Die Diskussionen um die Klimaerwärmung und deren Folgen haben auch grosse Auswirkungen auf die Immobilienbewirtschaftung. Neben betriebswirtschaftlichen Aspekten, rücken zunehmend auch die ökologische und soziale Nachhaltigkeit in den Fokus (…) » In etwa diesen Worten informiert die Von Graffenried auf ihrer Website. Der WohnBär wollte von Michael Friedli, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Von Graffenried AG Liegenschaften, genauer wissen, was das für Mieterinnen und Mieter sowie für Bauherrschaften konkret bedeutet.

Energieschonend backen und Spaghetti kochen
Vor jeder Wintersaison erhält die Von Graffenried-Mieterschaft einen Newsletter mit unter anderem einfach umsetzbaren Energiespar-Tipps. Letztes Jahr, als die Gefahr einer Energieknappheit real war, verschickten die Verantwortlichen die Botschaften der bundesrätlichen Energiespar-Kampagne. «Da waren wir etwas blauäugig», meint Friedli. «Viele Mietenden schraubten vorbildlich ihre Heizungen zurück. Leider mit dem Effekt, dass wir in einigen Wohnungen Schimmelschäden bekamen, da die Raumfeuchtigkeit an kälteren Wänden schneller kondensiert.» Für den aktuellen Winter setzte Von Graffenried auf altbewährte Spartipps. Friedli verrät uns dazu zwei eher ungewöhnliche Tricks, die ihm ein erfahrener Liegenschaftsbewirtschafter erzählte. «Backofen vorheizen bringt nichts. Das Backgut kommt in den kalten Ofen und bleibt einfach etwas länger drin.» Der zweite Geheimtipp des gewieften Energiesparers: «Wenn ich am Abend Spagetti kochen will, stelle ich die Pfanne mit dem Wasser bereits am Mittag in die Küche. So hat das Wasser am Abend bereits Zimmertemperatur.» Friedli schwört während den kalten Wintermonaten auf eine andere Massnahme: «Richtig lüften, sogenanntes Stosslüften mit Durchzug, ist das A und O. Wer dreimal täglich alle Fenster während fünf Minuten weit öffnet, verbessert die Sauerstoffqualität in seiner Wohnung. Die sauerstoffgesättigte Luft wärmt sich danach besser auf und sorgt ganz allgemein für ein besseres Raumklima und mehr Behaglichkeit.»

Nachhaltige Neubauten, Umbauten und Sanierungen
Nachhaltig bauen und sanieren sind derart breite Themenfelder, dass sich unser Experte auf einige wichtige Punkte beschränkt. «Bei Sanierungen und Umbauten gibt bereits die Gesetzgebung viele Richtlinien vor. Zudem fördern Bund, Kantone und auch Gemeinden fortschrittliche Technologien wie beispielsweise Wärmepumpen und Photovoltaik-Anlagen.» Beim Sanieren einer Liegenschaft sei die gesamthafte Betrachtung entscheidend. «Einzelmassnahmen, wie zum Beispiel Fenster zu ersetzen, ohne zu wissen, ob in den nächsten Jahren die Fassade saniert werden soll, kann zu nachträglichen Anpassungen an Laibungen und damit Mehrkosten führen. Lassen Sie sich von Fachleuten beraten und schauen sie immer die Gesamtsituation an. Nur so können Sie Synergien optimal nutzen. Oft lohnt es sich, einen Schritt zurückzumachen und eine langfristige Strategie zu verfolgen.» Nachhaltig bauen heisst für Generationen bauen. Bei Neubauten sollten, gemäss Friedli, möglichst klimaschonende und wertbeständigen Materialen eingesetzt werden. Der Spagat zwischen wertebeständigem Bauen und kurzfristiger Rendite kann zu Interessenskonflikten bei der Bauherrschaft führen. «Der Generalunternehmer denkt eher kurzfristig, im Gegensatz zum Privatinvestor oder vielen Pensionskassen, die in der Regel einen langfristigen Horizont bevorzugen und sich stärker mit dem Projekt identifizieren.» Für Generationen zu bauen heisst auch, flexibel und ökonomisch sinnvoll auf neue Wohn- und Platzbedürfnisse reagieren zu können. Im Lauf der Jahre ändern sich die Lebensgewohnheiten – Stichwort Homeoffice – oder die Personen-Konstellationen. «Mit Leichtbauwänden kann die Bauherrschaft viel flexibler und ökonomischer auf neue Grundriss-Anforderungen reagieren als mit massiv gebauten Innenwänden.» Abschliessend erwähnt Friedli ein Beispiel, wie sich sein Unternehmen und andere Immobilienfirmen verstärkt für umweltbewusste Mobilität einsetzen: «Bei einigen Neuüberbauungen steht für die Bewohnenden in der Einstellhalle ein Carsharing-Auto bereit, das sie bei Bedarf buchen können. Durch dieses Angebot erhoffen wir uns, dass die eine oder andere Partei auf ihr Erst- oder Zweitfahrzeug verzichten kann.»

4 ENERGIE-SPARTIPPS

Die Thematik der Energieknappheit ist nicht mehr so akut wie vergangenes Jahr. Hier trotzdem vier sofort umsetzbare Ratschläge, die nicht nur Ressourcen schonen, sondern auch Ihrem Geldbeutel zugutekommen:

  1. Kochen mit Deckel
    Sparen Sie 30 % des Energieverbrauchs, indem Sie
    den Deckel beim Kochen verwenden.
  2. Waschmaschine voll befüllen & niedrig temperieren
    Waschen Sie bei möglichst niedrigen Temperaturen
    (20 bis 30 Grad) und nutzen Sie Sparprogramme.
  3. Umluft statt Ober- & Unterhitze
    Sparen Sie 15 % des Energieverbrauchs, indem Sie mit
    Umluft backen.
  4. LED-Glühbirnen statt Halogen
    Setzen Sie auf LED-Technik, denn diese verbraucht deutlich weniger Strom als konventionelle Halogenlampen.

Quelle: Newsletter Von Graffenried AG Liegenschaften, 2023

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