2. Liga-Regional Gruppe 1

Ein völlig verrücktes Unentschieden

Diese Riesenchance zum zwischenzeitlichen 5:3 vergibt Robert Velkov (Weissenstein). Fotos: Daniel Zaugg

Der FC Weissenstein trotzte Tabellenführer Lerchenfeld zuhause ein 4:4 Unentschieden ab. Ein beachtliches Resultat – eigentlich. Es wäre für die Berner aber deutlich mehr drin gewesen.

Die Hausherren legten nämlich los wie die Feuerwehr und schon nach nur 6 Minuten lag der Ball in den Maschen der Lerchenfelder. Der Schiri gab den Treffer aber wegen einer Abseitsstellung nicht.
Weissenstein liess sich durch den etwas fragwürdigen Entscheid nicht bremsen und powerte weiter. Meist über die rechte Angriffsseite. So auch in der 9. Minute: Flügelflitzer Jens Leu, zu schnell für die Oberländer Verteidigung, fand mit einem präzisen Querpass im 16er den aufgerückten Sandro Gieriet, der zum 1:0 einschob. 

Nur eine Minute später rieb sich so mancher Fan der Stadtberner verwundert die Augen. Wieder über die rechte Seite, wieder war es Leu, nur diesmal war der Adressat Mittelstürmer Andrea Lauper, der Gästekeeper Läderach in der nahen Ecke zum 2:0 erwischte. 

Glänzender Captain, frecher Penalty
Weissenstein drückte weiter munter aufs Gaspedal. Unter der Regie des gross aufspielenden Captain David Aaron Kurz rollte Angriff über Angriff auf den nun völlig überforderten Leader zu. 
Die Oberländer wussten sich in der 12. Minute nur noch mit einem Handspiel im eigenen 16er zu helfen. Penalty. Kurz legte sich den Ball zurecht und … schoss nicht etwa direkt, sondern legte frech, wie einst Lionel Messi bei Barcelona für Luis Suarez, für Teamkollege Florin Wyss auf. Damit stand es nach weniger als einer Viertelstunde 3:0. 

Die bedauernswerten Gäste kamen in der Folge ein erstes Mal zaghaft in die Nähe des gegnerischen Tores und liefen damit subito in einen schnellen Konter. Kurz zu Leu, der zu Lauper und es stand in der 20. Minute 4:0! 

Noch waren zwar 70 Minuten zu spielen, aber der Drops schien gelutscht und die Ostermesse gelesen. Zu stark die Einheimischen, zu schwach der Gegner. Da dachte man sich als Fan, kann nichts mehr schiefgehen. 

Falsch gedacht, denn in der 31. erwies Sandro Gieriet seinem Team einen Bärendienst. Der Aussenverteidiger verlor nach einem ruppigen Zweikampf mit dem Lerchenfelder Gonzalez an der Seitenlinie kurz die Contenance und flog wegen einer Tätlichkeit mit Rot vom Platz. 

Erstaunlicherweise hatte dieser Platzverweis aber vorerst keinen direkten Einfluss auf das Spiel. Im Gegenteil, Weissenstein-Schlussmann Emanuel Schmid musste bis zur Pause keinen einzigen Schuss aufs Tor abwehren.

Die ganz andere Partie nach der Pause
Die Thuner kamen wie verwandelt aus der Kabine und schnürten, mit einem Mann mehr auf dem Platz, die Berner nun regelrecht ein. Zeitweise erinnerte das Spiel an ein Handballmatch. Die Berner kamen kaum zu Entlastungsbällen. In der 54. musste Schmid ein erstes Mal hinter sich greifen. Drei Zeigerumdrehungen später schon das zweite Mal. Und nur vier Minuten danach sah Schmid bei einem Weitschuss nicht gut aus. Noch waren 20 Minuten zu spielen. Das Spiel drohte vollends zugunsten der Gäste zu kippen, da entwischte der eingewechselte Robert Velkov der Thuner Abwehr, scheiterte aber an Goalie Läderach. Das wär’s gewesen …

Und so kam es wie es kommen musste: In der 89. trafen die Oberländer gegen die jetzt sichtlich müden Berner zum 4:4.

In der Nachspielzeit flog wegen Zeitspiel und Meckerns auch noch Velkov vom Platz, aber am Spielstand dieser völlig verrückten Partie änderte sich nichts mehr. Lerchenfeld bleibt damit souveräner Lea-
der und Weissenstein im Mittelfeld.

Daniel Zaugg

FC WEISSENSTEIN

Weissenstein: Emanuel Schmid; Mika Separautzki, Nemual Link, Neil Rüfenacht, Sandro Gieriet, David Aaron Kurz, Florin Wyss, Luc Jordi, Jens Leu, Michael Müller, Andrea Lauper; Noa Oberli, Merhawl Tesfamicael, Christian Preiswerk, Robert Velkov, Nadir Canoci.

Diesen Beitrag teilen

Weiterlesen

Mit neuem
E-Paper Reader!

Flüstere dem Bär etwas.

In der Flüstertüte berichtet der BärnerBär immer wieder über Gerüchte aus der Hauptstadt. Du hast etwas gesehen oder gehört, von dem der Bär wissen sollte? Hier kannst Du es ihm flüstern!

Name und E-Mail-Adresse benötigen wir nur zur Korrespondenz. Diese Angaben werden wir nie veröffentlichen.

Bitte aktiviere JavaScript in deinem Browser, um dieses Formular fertigzustellen.
Name

FOUGSCH AM BÄR?

Geschichten aus der Haupstadt, tolle Wettbewerbe und mehr – folge uns jetzt!

DER BÄRNERBÄR NEWSLETTER

Melde Dich jetzt für den bärenstarken Newsletter an und erhalte 1x wöchentlich die spannendsten Geschichten aus Bern direkt per Mail.