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Captain Simon Moser vor einer weiteren Saison mit dem SCB

«Ich will noch einmal angreifen»

Simon Moser ist froh, dass er in der Garderobe auch bereits wieder die Schlittschuhe anziehen kann. Foto: Reto Fiechter

Er ist das Herz des SCB-Fanionteams, verkörpert Leidenschaft und Energie, ist Antreiber und Leithammel – kurz und gut, Simon Moser, von allen, die ihn kennen und sogar vom Speaker in der PostFinance Arena, kurz und bündig «Simu» genannt, verkörpert all die positiven Eigenschaften, die ein Captain in sich vereinigen muss. Seit zehn Jahren schwitzt, leidet und kämpft der Emmentaler für den SCB – ein Ende dieser schillernden und von Erfolgen gespickten Karriere ist glücklicherweise nicht abzusehen, obwohl er im März seinen 35. Geburtstag feierte.

«Nein, ans Aufhören und was danach sein könnte, verschwende ich bis heute keinen Gedanken, im Vordergrund steht die nächste Saison und da will ich noch einmal angreifen», sagt das leuchtende Vorbild seiner Mannschaftskollegen. Wann das Leibchen mit der Nummer 21 ins Dach der Postfinance Arena gezogen wird, ist offen. Für unseren Vorschlag, irgendwann im Mai 2028 nach dem hoffentlich 20. Meistertitel in der dann 97-jährigen SCB-Vereinsgeschichte, hat der zweifache Familienvater ein Lächeln im Gesicht.

Wir treffen den Modellathleten gleich nach einem Krafttraining in den Katakomben der PostFinance
Arena, die Haare sind noch nicht ganz trocken, doch die Anstrengung ist ihm nicht anzusehen. Er ist topfit. «Klar, dass dieses Training im Sommer hart und für einen Eishockeyspieler sicher nicht das ist, was besonders Freude bereitet, doch ich weiss, dass es mit zunehmendem Alter immer notwendiger wird und deshalb bin ich bereit, diese Strapazen auch im Hinblick auf meine elfte SCB-Saison in Kauf zu nehmen», sagt Simon Moser. Zweimal täglich am Montag, Dienstag und Donnerstag, dazu einmal am Mittwoch und einmal am Freitag mit anschliessendem Yoga-Unterricht wird im Kraftraum unter der gestrengen Leitung von Athletic Coach Steven Lingenhag an der Fitness gearbeitet, ein happiges Pensum, zumal für einen, der für den Tennis Club Langnau bereits bei den Jungsenioren Interklub spielen dürfte. Seit Anfang Juni ergänzen zusätzliche Eistrainings den Arbeitsplan der SCB-Profis, die auch von Headcoach Jussi Tapola beobachtet werden. «Tapola arbeitet sehr eng mit Lingenhag zusammen, das macht es möglich, dass viele Spieler auch individuell trainieren, weil ja bekanntlich nicht jeder genau die gleichen Voraussetzungen mitbringt», so Simon Moser.

Konkurrenzkampf ist kein Problem
In den vergangenen erfolgreichen SCB-Jahren war der zweifache WM-­Silbermedaillengewinner auch in entscheidenden Phasen einer der Schlüsselspieler des SCB. Im vergangenen Winter waren die Lasten etwas anders verteilt, kamen oft die nachdrängenden wilden Jungen wie Marco Lehmann, Benjamin Baumgartner oder Thierry Bader in Phasen zahlenmässiger Überlegenheit zum Einsatz und stand Simon Moser vor allem im Penaltykilling auf dem Eis. Für den Captain, der nur an den Erfolg des ganzen Teams denkt und seine persönlichen Ambitionen stets in den Hintergrund stellt, kein Problem. «Der harte Konkurrenzkampf entspricht der SCB-Leistungskultur, wir wollen zusammen etwas schaffen und hohe Ziele erreichen, da gilt es immer das Wohl der gesamten Mannschaft im Auge zu behalten.»

Die schönen Erinnerungen
Wer sich mit Simon Moser unterhält, der auch ein hervorragender Hornus-
ser und in der Region für seine Streiche über 200 Meter bekannt und gefürchtet ist, muss selbstverständlich auch seine glorreiche Vergangenheit ansprechen. Drei Meistertitel, zwei Cupsiege, zwei WM-Silbermedaillen und Tore für die Ewigkeit – woran denkt er bei einem kurzen Blick zurück? Welches waren die beiden wichtigsten oder schönsten Tore? Simon Moser zögert mit der Antwort bei der Frage nach den beiden Toren, aber spezielle Erinnerungen jenseits des Eisfelds werden sofort wach. «Da ist sicher das Tor gegen Kloten, das mir vor zwei Jahren gelang, als ich den Puck jonglierte und backhand aus der Luft ins Tor traf. Aber sonst? Gegen Biel und Lugano gelangen mir in den Play-offs entscheidende Treffer.» Dass er bei seinem NHL-Abenteuer für die Nashville Predators ein Tor schoss, hat Moser schon beinahe vergessen, obwohl der Puck, schön gerahmt, immer noch bei ihm zuhause einen Ehrenplatz einnimmt.

Selbstverständlich wollen wir auch wissen, was jenseits des Eisfelds und der Meisterfeiern besonders in Erinnerung geblieben ist, denn dass die drei Titelgewinne immer noch präsent sind, ist verständlich. «In der Saison 2015/16, als wir unter Trainer Lars Leuenberger mit Ach und Krach und im letzten Moment doch noch als Achter in die Play-offs rutschten, schlugen wir den Ersten, die ZSC Lions, im Viertelfinal gleich mit 4:0. Danach hatten wir eine lange Pause bis zum Halbfinal, die wir alle zusammen für eine ausgedehnte Beizentour in der Altstadt nutzten, bei der es die meisten nicht mit zwei Bier bewenden liessen. Als es dann im Halbfinal gegen Davos erneut mit 4:1-Siegen klappte, wiederholten wir den feuchtflüssigen Abend und wurden schliesslich Meister. Heute, acht Jahre später, kann ich das, was heute wohl nicht mehr möglich wäre, getrost erzählen.»

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