YB Frauen gehen mit einem Sieg in die Winterpause

«Vieles ist eine Frage des Selbstvertrauens»

Auch an der Seitenlinie immer konzentriert und engagiert: Imke Wübbenhorst. Foto: KEYSTONE/Anthony Anex

Mit einem Auswärts-Sieg über den FC Rapperswil-Jona haben sich die YB-Frauen am Wochenende in die Winterpause verabschiedet. 20 Punkte aus elf Spielen bei nur einer Niederlage und die Qualifikation für die Cup-Viertelfinals, ergibt eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

Seit Imke Wübbenhorst vor der vergangenen Saison das Amt der Cheftrainerin bei den YB Frauen übernommen hat, weht ein frischer Wind. Die Fortschritte, welche das Team als Ganzes und auch die einzelnen Spielerinnen erzielt haben, sind nicht zu übersehen. Der Abstand gegenüber den Spitzenteams FCZ Frauen, GC und Servette FC Chênois ist deutlich kleiner geworden, vor allem leistungsmässig, aber auch, was das Punktetotal betrifft. Dass die YB Frauen auch im Cup mit Erfolgen über Savièse, Yverdon Sport und Aarau Frauen relativ locker in die Runde der letzten Acht vorgestossen sind und dort gegen Etoile Carouge eine grosse Chance haben, sich für die Halbfinals zu qualifizieren, rundet das positive Zwischenergebnis ab.
Im Gespräch mit dem BärnerBär sagt die ebenso ehrgeizige wie ambitionierte Cheftrainerin, wie sie die erste Saisonhälfte beurteilt, was ihr an ihrer Equipe besonders gefällt und wo sie im Hinblick auf das kommende Jahr noch Verbesserungspotenzial sieht.

Wie lautet Ihre sportliche Bilanz nach der Vorrunde?
Wir sind als Team sehr gut zusammengewachsen. Im Gegensatz zu den anderen Topteams, die vor allem von einer oder zwei herausragenden Einzelspielerinnen leben, ist dies bei uns nicht der Fall. Wir sind als Kollektiv stark und befinden uns mit den besten Equipen auf Augenhöhe. Unsere guten Ergebnisse sind nicht ein Produkt des Zufalls. Vielmehr ist es so, dass wir uns jeden einzelnen Punkt hart erarbeitet haben.

Gegen die stärksten Gegner, gegen die es vor nicht allzu langer Zeit noch hohe Niederlagen absetzte, ist YB zumindest ebenbürtig. Weder GC noch der FCZ oder Servette vermochten YB zu bezwingen, den FCZ schlug Ihr Team nach Rückstand sogar und gegen die anderen beiden Topteams erspielten sich Ihre Frauen ein Unentschieden. Woher kommt diese krasse Verbesserung?
Es ist so, dass wir uns vor diesen Gegnern nicht verstecken müssen. Unsere Talente entwickeln sich gut, auch wenn es hier und da noch viel Luft nach oben gibt.

Wo zum Beispiel?
Oft ist es eine Frage des Selbstvertrauens. Die Spielerinnen müssen Vertrauen in ihre Fähigkeiten haben. Wir müssen mutiger werden, an unsere Fähigkeiten glauben und uns nicht selbst unter Druck setzen. Steigt der Pulsmesser einer Spielerin schon im Tunnel vor Spielbeginn so stark, dass er über dem Wert liegt, den eine Höchstbelastung anzeigt, zeigt mir das, dass die Nervosität grösser ist, als der Glaube an die eigene Leistung.

Sie sagten auch schon, dass ihre Spielerinnen neben dem Platz sehr lieb und leider auf dem Feld manchmal sogar zu lieb sind.
Das ist so. Wir sollten hin und wieder härter, man könnte auch sagen, für den Gegner ekliger und unangenehmer spielen. Aber auch in dieser Beziehung befinden wir uns auf einem guten Weg.

Der Posten der Nationaltrainerin ist verwaist. Ein Thema für Sie oder halten Sie YB die Treue?
Nationaltrainerin werde ich sicher nicht. Was YB betrifft, sind wir in Gesprächen.

Also deutet alles darauf hin, dass in den nächsten Jahren Imke Wübbenhorst an der Seitenlinie der YB Frauen steht?
Diese Frage kann ich im Moment nicht beantworten.

Wenn wir schon beim Nationalteam sind: eine Frage zu Iman Beney. Die damals noch 16-Jährige wurde vom SFV richtiggehend verheizt. Zuerst drei Qualifikationsspiele für die U19-EM im April, dann vier Spiele über 90 Minuten an der U17-EM, und zuletzt die Vorbereitung für die A-WM Ende Juni mit dem folgenschweren Kreuzbandriss. Was sagen Sie dazu?
Wir haben eine klare Meinung, auch was die Belastung anderer YB-Spielerinnen betrifft. Dies haben wir den Verantwortlichen des SFV klar kommuniziert.

Am 10. Februar geht es mit dem Auswärtsspiel in Aarau bereits wieder los. Was machen die Spielerinnen in der Zwischenzeit?
Bis am 8. Januar trainieren sie nach einem individuellen Programm. Am 9. Januar nehmen wir bereits wieder das Teamtraining auf.

Mit welchen Zielen steigen Sie mit Ihrem Team in die zweite Saisonhälfte?
Wir glauben an uns, jede Einzelne hat noch viel Potenzial nach oben. Wir müssen die Aggressivität in den Zweikämpfen erhöhen und insgesamt im Spiel ruhiger auftreten.

PERSÖNLICH

Imke Wübbenhorst wurde am 10. Dezember 1988 in Aurich (Niedersachsen, DE) geboren. Sie spielte aktiv in sämtlichen Nachwuchs-Nationalteams des DFB und in der Bundesliga für den Hamburger SV und den BV Cloppenburg. Mit der U19 Deutschlands wurde sie zweimal Europameisterin (2006 in Bern). 2018 war sie Cheftrainerin beim BV Cloppenburg (2. Bundesliga), 2018/19 Cheftrainerin der Männer (Oberliga). 2020 Cheftrainerin bei Sportfreunde Lotte (Männer, Regionalliga). 2020/21 Co-Trainerin bei Viktoria Köln (Männer, 3. BL). Seit 2022 Cheftrainerin der YB-Frauen. Inhaberin der UEFA-Pro-Lizenz.

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