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Yann Ruh: Den Blick bei der Angriffsauslösung stets in Richtung Mitspieler gerichtet. Foto: Fabian Trees
Nach einer schwierigen Meisterschaft hofft Floorball Köniz Bern auf die Playoffs

Yann Ruh – die Ruhe selbst?

Die sieg- und erfolgsgewohnten Spieler von Floorball Köniz Bern haben eine schwierige Qualifikation hinter sich. Ungewohnt viele Niederlagen, ein Trainerwechsel – jetzt, mit Beginn der Playoffs, soll alles besser werden.

Es gibt viele Anzeichen, dass dies gelingen könnte. Der Vergleich mit dem SCB, der 2016 von Platz 8 aus zum Titel stürmte, ist zwar weit hergeholt, doch was damals gelang, ist auch diesmal möglich. «Wir waren nach den vielen Erfolgen möglicherweise etwas gesättigt und gingen das Sommertraining vielleicht nicht so seriös an, wie es sein sollte», sagt Yann Ruh, der 25-jährige Verteidiger, der als Spielmacher das Spiel der Könizer denkt und lenkt und im Aufbau die Ruhe selbst ist. Der Vergleich mit Fabian Rieder, dem nach Rennes gezogenen YB-Regisseur, oder Dominik Kahun, dem Spielmacher des SCB, liegt auf der Hand, auch wenn diese weiter vorne spielen. Vom früheren Trainer Jyri Korsman einst vom Stürmer zum Verteidiger umfunktioniert, fühlt sich der BWL-Student in seiner Rolle wohl. Er liegt in der internen Skorerliste hinter den beiden torgefährlichsten Stürmern Jan Zaugg und Pascal Michel auf Rang 3. «Ich bin mit meiner Rolle sehr zufrieden, die Aufgabe gefällt mir und ich kann im Block mit Captain Jan Zaugg, Pascal Michel, Raúl Willfratt und Samuel Poffet viel Einfluss nehmen», so der Köniz-Playmaker, der zum Kader des Nationalteams zählt.

Der Rücktritt von Goalie Patrick Eder und die ungenügenden Leistungen der auch von Verletzungen geplagten Ausländer könnten Erklärungen für die bisher schwachen Resultate der Könizer sein. Trotzdem gibt sich Yann Ruh zuversichtlich: «Es ist jetzt wichtig, Ruhe zu bewahren und nicht mehr zu sehr über die Qualifikation zu rätseln. Wir haben vor der ersten Partie das GC-Spiel intensiv studiert und Videos angeschaut. GC ist offensiv stark, sehr breit und ausgeglichen besetzt, aber in der Defensive immer wieder unkonzentriert. Die GC-Philosophie heisst offensiv spielen, viele Tore schiessen, doch wir wissen, wo das Team verwundbar ist, genauso, wie wir von unseren Qualitäten überzeugt sind. Funktioniert das Team, ist sich jeder seiner Aufgabe bewusst und bereit, diese zu erfüllen, ist vieles, besser gesagt alles, möglich.»

Die taktische Flexibilität
Ruh betont, dass Köniz taktisch flexibel unterwegs ist, man je nach Resultat das Spiel adaptieren kann und die Trainer für das Steuersystem, das traditionell zu Floorball Köniz Bern gehört, verschiedene Varianten bereithalten. Yann Ruh greift zu Papier und Bleistift und erklärt seinem Gesprächspartner die Geheimnisse des Steuersystems, nicht ganz einfach, aber lernbar.

Köniz ist kein Wunschgegner
Im Unihockey dürfen die ersten Vier nach der Qualifikation ihren Gegner aus den Teams auf den Plätzen 5 bis 8 in Reihenfolge der Tabelle auswählen. Normalerweise entscheidet sich der Leader für das auf dem achten Rang liegende Team, nicht so, wenn der langjährige Dominator Floorball Köniz ausnahmsweise einmal dort steht. Erst das an 4. Stelle liegende GC konnte nicht mehr wählen, sondern muss gegen den Gegner spielen, den niemand wollte und der übrigblieb: Köniz Bern. Der Beweis, dass alle vor Köniz grossen Respekt haben. FBK 2024 wie vor acht Jahren der SCB? Warum nicht!

PERSÖNLICH

Yann Ruh wurde am 14. Oktober 1998 in Bern geboren. Seit seinem neunten Lebensjahr spielt er für Floorball Köniz Bern, die letzten sieben Jahre im Fanionteam. Er wurde zweimal
Meister, einmal Cupsieger und dreimal Supercup-Sieger. Ruh spielt in der Band «The Charming Tools» Kontrabass und studiert an der Uni Bern Betriebswirtschaftslehre.

ZWEI FINNEN MIT ERFAHRUNG

Nach einer bisher enttäuschend verlaufenen Saison bereitet sich Floorball Köniz Bern bereits auf die nächste Spielzeit vor. Die beiden Finnen Miska Mäkinen und Rasmus Kainulainen haben beide einen Mehrjahresvertrag unterschrieben.
Der offensiv starke 28-jährige Verteidiger Mäkinen hat mehr als 200 Spiele in der obersten finnischen Liga bestritten und beinahe ebenso viele Punkte gesammelt. Er kommt vom finnischen Cupsieger Nokian KRP. «Mit dem Engagement bei Köniz geht für mich ein Traum in Erfüllung. Der Entscheid ist mir leichtgefallen und ich will dazu beitragen, dass der Klub wieder Erfolge feiern kann.»
Rasmus Kainulainen ist mit durchschnittlich 1,7 Punkten einer der torgefährlichsten Stürmer in Finnlands Liga. Er stösst vom derzeitigen Tabellenzweiten, den Esport Oilers, zu Köniz. «Ich wollte schon immer im Ausland neue Erfahrungen sammeln, schön, dass mir Floorball Köniz Bern die Gelegenheit dazu gibt. Ich will mich sportlich und persönlich weiterentwickeln und freue mich auf die Zeit in Bern», so der 27-Jährige.

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