Biel feiert 30 Jahre «offizielle» Zweisprachigkeit

Die Stadt Biel wurde erneut für ihre gelebte Zweisprachigkeit ausgezeichnet. Französisch und Deutsch sind seit 30 Jahren offiziell gleichberechtigt.

Wie die Stadt Biel mitteilt, ist Biel die grösste zweisprachige Stadt der Schweiz. Die Zweisprachigkeit prägt den Alltag der Bielerinnen und Bieler. Sie zeigt sich in den Schulen, am Arbeitsplatz, im Vereinsleben, in den Quartieren und im öffentlichen Raum.
Gerade diese Selbstverständlichkeit macht Biel in der Schweiz einzigartig. In keiner anderen grösseren Schweizer Stadt werden zwei Landessprachen tagtäglich so selbstverständlich gelebt. Die Zweisprachigkeit ist Teil der Bieler DNA und trägt wesentlich zur Attraktivität der Stadt bei.
Offiziell verankert ist sie seit dem 9. Juni 1996 in der Stadtordnung: Seit 30 Jahren sind Französisch und Deutsch gleichberechtigte Amtssprachen. Die Zweisprachigkeit ist ein zentraler strategischer Pfeiler für die Positionierung, Standortförderung und Weiterentwicklung Biels.
Sie ist gleichzeitig ein wichtiger Faktor für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Lebensqualität in Biel. Das Verhältnis zwischen deutsch- und französischsprachiger Bevölkerung ist mittlerweile fast ausgeglichen (55,2 Prozent und 44,8 Prozent im Jahr 2025). Biel hat auch eine wichtige Brückenfunktion zwischen der Romandie und der Deutschschweiz.
Rezertifiziert mit dem Label für die Zweisprachigkeit
Pünktlich zum Jubiläum «30 Jahre offizielle Zweisprachigkeit» wurde die Stadtverwaltung Biel am 9. Juni 2026 vom Forum für die Zweisprachigkeit mit dem Label für die Zweisprachigkeit rezertifiziert.
«Die Zweisprachigkeit ist eine der grössten Stärken Biels. Sie verbindet Menschen, schafft Verständnis und macht unsere Stadt einzigartig. Dass dieses Engagement erneut ausgezeichnet wird, freut uns sehr und motiviert uns, diesen Weg weiterzugehen», so Stadtpräsidentin Glenda Gonzalez Bassi.
Stärken Biels und Entwicklungspotential
Das Forum für die Zweisprachigkeit attestiert Biel nach der durchgeführten Evaluation, dass «die Zweisprachigkeit fest in der Kultur der Bieler Stadtverwaltung verankert ist». Dies zeigt sich an der ausgewogenen sprachlichen Zusammensetzung des Personals, welche die demografische Entwicklung der Stadt widerspiegelt: 55,9 Prozent der Mitarbeitenden sind deutschsprachig, 44,1 Prozent sind frankophon, wobei die Stadt den frankophonen Anteil in den letzten Jahren erhöhen konnte.
Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sprechen beide Sprachen. Gut schneidet die Stadtverwaltung auch beim Kriterium Dienstleistungen und externe Kommunikation ab: Die Informationen und städtischen Dienstleistungen stehen systematisch in beiden Sprachen zur Verfügung.
Sowohl im Kontakt mit der Bevölkerung als auch im internen Arbeitsalltag werde die Zweisprachigkeit pragmatisch und selbstverständlich gelebt, so das Forum für die Zweisprachigkeit.
Mit 161 von 170 möglichen Punkten schneidet die Stadtverwaltung Biel sehr gut ab. Entwicklungspotential sieht sie bei der Stärkung der Zweisprachigkeit in einzelnen Bereichen und auf Kaderstufe. Hier plant die Stadt unter anderem eine Kampagne zur Attraktivität der Stadt als Arbeitgeberin.






