Berner Kantonsparlament verlangt Chip-Pflicht für Katzen

Bern,
Hauskatzen sollen im Kanton Bern künftig gechippt werden. Der Grosse Rat hat am Mittwoch einen überparteilichen Vorstoss überwiesen.

Das Wichtigste in Kürze
Eine Chip-Pflicht stärke Tierschutz und Biodiversität und vereinfache den Umgang mit verwilderten Tieren, argumentierten die Motionärinnen und Motionäre aus GLP, EVP, SP, Grüne, Mitte und FDP.
In der Schweiz gebe es rund 300'000 verwahrloste und verwilderte Katzen, sagte Motionär Casimir von Arx (GLP). Das sei ein Problem, weil diese Tiere Vögel, kleine Reptilien und Amphibien jagen würden. «Weiter vermehren sich unkastrierte Freigängerkatzen unkontrolliert.»
Ein Chip-Obligatorium würde bestehende Verfahren vereinfachen und somit Bürokratie abbauen, argumentierte von Arx weiter. Momentan könne nämlich nicht festgestellt werden, wem eine herrenlose Katze gehöre.
Bei Hunden sei der Chip selbstverständlich. «Es ist nicht ersichtlich, weshalb das bei Katzen anders sein sollte», sagte EVP-Sprecherin Katja Streiff. «Ein Chip schafft Klarheit über den Status einer Katze.»
Eine Pflicht sei nicht nötig, befand hingegen Toni Brunner namens der SVP-Fraktion. «Verantwortungsvolle Halter chippen heute freiwillig.» Die SVP setze ihr Augenmerk lieber auf Prävention und Eigenverantwortung.
Auch der Regierungsrat begrüsste das Anliegen grundsätzlich, da eine kantonale Chip-Pflicht den Vollzug stark erleichtern würde. Raphael Lanz (SVP) wies jedoch auf offene juristische Fragen hin, insbesondere im Hinblick auf die Vereinbarkeit mit dem Bundesrecht. Die Regierung hätte eine Chip-Pflicht deshalb gerne lediglich prüfen wollen.
Das Parlament jedoch wollte sogleich Tatsachen schaffen. Es überwies die Motion relativ deutlich. Geschlossen für die Pflicht stimmten SP, Grüne/AL, GLP und die EVP. Die EDU stimmte als einzige Fraktion einstimmig dagegen.





