Kokain im Kanton Bern so rein wie noch nie

Bern,
Der Reinheitsgrad von Kokain hat im Kanton Bern mit durchschnittlich 85 Prozent einen historischen Höchststand erreicht. Dies geht aus dem Auswertungsbericht 2025 hervor, den die Stiftung Contact am Dienstag veröffentlichte.

Der hohe Kokain-Reinheitsgrad birgt das Risiko einer unbeabsichtigten Überdosierung. In manchen Proben wurden allerdings weiterhin Streckmittel nachgewiesen. Im Labor wurden beispielsweise das Lokalanästhetikum Procain und das Entwurmungsmittel Levamisol entdeckt.
Contact Nightlife untersuchte an den Standorten Bern und Biel insgesamt 1688 Proben von verschiedenen Substanzen. Kokain war mit einem Anteil von 26,6 Prozent das am häufigsten eingereichte Rauschmittel, gefolgt von MDMA und Cannabis.
In 713 Fällen wurden Warnungen ausgesprochen, etwa wegen gefährlicher Streckmittel, hochdosierter LSD-Filze oder falsch deklarierter Hauptwirkstoffe.
14 Prozent aller Proben wurden über Online-Kanäle wie das Darknet oder den Messenger-Dienst Telegram erworben. Die restlichen illegalen Substanzen wurden im privaten Rahmen oder auf der Gasse gekauft.
Der Männeranteil der Konsumierenden lag bei 82 Prozent, wie Contact weiter mitteilte. Die älteste Person war 78 Jahre alt.
Drogenkonsumierende können bei Contact Proben kostenlos und anonym testen lassen. Contact erhält so eine Übersicht über den aktuellen Drogenmarkt und kann bei Bedarf Warnungen publizieren. Seit diesem Jahr wird das Angebot vom Kanton Bern über einen Leistungsvertrag mitfinanziert.





