Langenthaler Kulturkommission kritisiert Kulturförderkonzept

Keystone-SDA Regional
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Langenthal,

In Langenthal ist am Dienstag ein offener Streit um die städtische Kulturförderung entbrannt. Unmittelbar nach der Präsentation des neuen Kulturförderkonzepts durch den Gemeinderat hat sich eine Mehrheit der städtischen Kulturkommission vom Papier distanziert.

Die Langenthaler Kulturförderung gibt zu reden. Das Bild zeigt den Wuhrplatz. (Archivbild)
Die Langenthaler Kulturförderung gibt zu reden. Das Bild zeigt den Wuhrplatz. (Archivbild) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Der Gemeinderat will mit dem neuen Konzept die Rahmenbedingungen für Kulturschaffende und Kulturinstitutionen verbessern, wie er in einer Mitteilung schreibt. Er stützte sich nach eigenen Angaben auf die Erkenntnisse, die in Workshops mit über hundert Kulturschaffenden gewonnen wurden.

Im 16-seitigen Dokument werden einige Schwachstellen aufgezählt. Es fehle an bezahlbaren Probe- und Produktionsräumen, die städtische Kulturkommunikation sei ungenügend und das jährliche Budget für freie Projektförderung mit 30'000 Franken im Städtevergleich extrem tief. Da kantonale Gelder an städtische Zusagen gekoppelt seien, blockiere das kleine Budget auch Drittmittel.

Ein Massnahmenpaket soll Abhilfe schaffen. So soll es günstigere Räume geben und eine bessere Kommunikation. Zudem soll eine halbjährliche Projektpublikation für Transparenz sorgen, während der Fachbereich Kultur als Drehscheibe für jährliche Vernetzungstreffen fungiert. Die Massnahmen sollen schrittweise umgesetzt werden.

Die Mehrheit der Mitglieder der städtischen Kulturkommission kritisiert das Vorgehen des Gemeinderats. Dem Konzept liege ein fast vierjähriger Prozess zugrunde, heisst es in einem Communiqué. Doch die Stadtregierung habe den erarbeiteten Massnahmenkatalog mehrfach abgeändert und stark gekürzt. Eine im Januar 2026 geforderte Wiedererwägung habe der Gemeinderat im Mai abgelehnt.

Das Kulturförderkonzept stelle nun im Wesentlichen bloss eine Beschreibung des Ist-Zustands dar und verfehle seinen Zweck. Als konkretes Beispiel nennt die Kommission den Bereich Kommunikation.

Statt der versprochenen Sichtbarkeit im Stadtraum seien fast alle Massnahmen gestrichen oder auf einen noch zu schaffenden Newsletter reduziert worden. Die Argumente der Basis seien kaum gewürdigt worden. Die Kommission spricht von einem Affront gegenüber den Kulturschaffenden.

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