Stadt Biel schliesst Reorganisation ihrer Problemabteilung ab

Die Stadt Biel hat die Reorganisation ihrer krisengeplagten Einwohner- und Spezialdienste abgeschlossen. Die neue Abteilung mit dem Namen «Bevölkerung» konnte in den vergangenen Monaten Pendenzen und Wartezeiten für die Bevölkerung reduzieren.

Die Zahl der offenen Pendenzen sank von über 3500 im Oktober 2024 auf rund 1400 im laufenden Jahr, wie die Bieler Stadtkanzlei am Freitag mitteilte. Lange Wartezeiten am Telefon und grosse Warteschlangen am Schalter gehörten nun weitgehend der Vergangenheit an.
Die Abteilung Bevölkerung ist laut der Mitteilung seit dem 1. April operativ tätig und vereint die Bereiche Migration, Einwohnerkontrolle und Zentrale Dienste. Sie wird von Beata Messmer geleitet, die seit rund 100 Tagen im Amt ist. Die Abteilung beschäftigt rund 75 Mitarbeitende.
«Die Bieler Bevölkerung erwartet zu Recht effiziente, verständliche und kundenorientierte Dienstleistungen», liess sich Abteilungsleiterin Messmer in der Mitteilung zitieren. Mit der neuen Abteilung würden die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen, um diesen Erwartungen gerecht zu werden.
Als nächster Schritt ist die Einführung einer neuen Fachanwendung geplant, wie die Stadt weiter schrieb. Diese soll voraussichtlich ab Oktober den Betrieb aufnehmen und eine effizientere Dossierführung ermöglichen.
Die inzwischen eigenständige Abteilung Bevölkerung, die zur Direktion für Soziales und Sicherheit von Gemeinderätin Natasha Pittet (PRR) gehört, war ursprünglich eine Dienststelle mit dem Namen Einwohner- und Spezialdienste. Der ehemals dazugehörige Bereich Ortspolizei wurde vergangenes Jahr bereits ins Polizeiinspektorat überführt.
Hintergrund der Reorganisation sind ein grosser Personalmangel und organisatorische Defizite. Zudem kam es zu zwei mutmasslich strafrechtlichen Vorkommnissen. Unter anderem ging es um passive Bestechung und die Einforderung sexueller Dienstleistungen für einen Ausländerausweis.
Um das Geschehene aufzuarbeiten, leitete die Stadt eine externe Untersuchung ein. Es wurden zahlreiche Kredite und zusätzliche Personalressourcen nötig, um den Pendenzenberg abzuarbeiten. Ab dem nächsten Jahr werden die nötigen Mittel im ordentlichen Budget eingestellt.






