Kampagne zum sicheren Schwimmen und Bootfahren in der Aare läuft

Bern,
Mit Beginn der Bade- und «Böötli»-Saison auf der Aare hat die Berner Kantonspolizei am Freitag über die wichtigsten Sicherheitsregeln auf und im Fluss orientiert. Die Kampagne «Aare you safe» vermittelt auch dieses Jahr Verhaltenshinweise für Einheimische und Gäste.

Nach den Regenfällen der letzten Stunden im Oberland zieht die 15 Grad kalte Aare im Berner Eichholz am Freitagmittag gehörig. «Heute ist ein «Aareschwumm» nicht zu empfehlen«, sagt Andreas Beyeler, Fachbereichsleiter der Gewässerpolizei des Kantons Bern.
Eine Abflussmenge von 100 bis 180 Kubikmeter pro Minute sei ideal für geübte Flussschwimmerinnen und -schwimmer oder «Böötlifahrende». Bis 230 Kubikmeter sei die Sache schon risikoreicher und nur etwas für Erfahrene. Bei höheren Geschwindigkeiten sei der Sprung in die Aare nicht mehr ratsam.
«Ein sicherer Aufenthalt auf und an der Aare beginnt mit Eigenverantwortung, gegenseitiger Rücksichtnahme und dem Respekt gegenüber der Natur», so Beyeler. Wichtige Hinweise finden Freizeitschwimmer und Gummiböötli-Kapitäne im Rahmen der auch dieses Jahr angelaufenen Sicherheitskampagne «Aare you safe».
Schwimmende sollten in guter körperlicher Verfassung sein, die Ein- und Ausstiegsstellen kennen und sich über mögliche Gefahrenstellen informiert haben. Auch Wetter und Abflussmengen sollten abgefragt werden. Für Schwimmende empfiehlt sich eine Auftriebshilfe mit einer Solltrennstelle. Damit trennt sich die Boje vom Körper, wenn sie sich irgendwo verhakt.
Ein geeignetes und mit Name und Adresse beschriftetes Boot und Rettungswesten für alle sind für «Aareböötler» ein Muss. Beyeler warnt ausdrücklich davor, Boote zusammenzubinden. Sie könnten sich verheddern und kentern. Auch «Böötler» sollten in guter körperlicher Verfassung sein und die Gefahrenstellen kennen. «Alkohol und Aareböötlen sind eine saugefährliche Kombination!», ist auf der Internetseite von «Aare you safe» zu lesen.
Die Kampagne wird von der Berner Kantonspolizei zusammen mit der Tourismusorganisation Bern Welcome sowie der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU), der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) und Gemeinden durchgeführt. «Respektiere die Aare, behalte die Route im Blick und achte auf Dich und andere» lauten die Kernbotschaften.
Als Erholungssuchende «sind wir Gäste an, auf und in der Aare», betonte Beyeler. Es gelte also, auch Rücksicht auf Tiere, Pflanzen und Mitmenschen zu nehmen. Abfall soll mit nach Hause genommen werden. Nur einmal gebrauchte und dann liegen gelassene Gummiböötli und Ähnliches haben in den vergangene Sommern immer wieder für Unmut gesorgt.
In den kommenden Sommerwochen sollen zusätzliche Polizei-Patrouillen entlang der Gewässer, besonders der Aare zwischen Thun und Wohlensee, unterwegs sein.
Das Schwimmen und Gummibootfahren in der Aare gehört zum Berner Lebensgefühl im Sommer. Doch die Aare ist ein kraftvoller Fluss, dessen Gefahren nicht unterschätzt werden sollten.
www.aareyousafe.ch





