Berner Wanderwege: «Bikende sind Sportler ohne Infrastruktur»

Verein Berner Wanderwege
Verein Berner Wanderwege

Bern,

Das Bundesgesetz über Velowege verpflichtet die Kantone, bis 2027 ein Velowegnetz zu planen. Der Verein Berner Wanderwege bietet seine Unterstützung an.

Spiez Bern Landschaft Wandern
Die Wandermöglichkeiten zum Beispiel in Spiez im Berner Oberland sind scheint's unbegrenzt. (Symbolbild) - Depositphotos

Das Bundesgesetz über Velowege verpflichtet die Kantone, bis 2027 ein Velowegnetz für den Alltagsverkehr und das Mountainbiken zu planen.

Die Berner Wanderwege bieten Unterstützung an, denn die Planung auf dem bestehenden Wanderwegnetz kann zur Herausforderung werden. Der Lösungsansatz des Vereins ist eine weitestgehende Entflechtung.

Der Verein Berner Wanderwege verweist dafür auf sein Erklärvideo «Wandern und Biken entflechten», das auf der Webseite des Vereins veröffentlich ist und diesen Lösungsansatz anschaulich darstellt.

Thema Biken auf Wanderwegen wird heiss diskutiert

Wanderwege sind grundsätzlich zum Wandern da. Dafür steht der Verein Berner Wanderwege. Er setzt sich für die Interessen der rund 625'000 Wandernden im Kanton Bern ein – dafür, dass man auch künftig auf sicheren und qualitativ hochstehenden Wanderwegen vielfältige Naturerlebnisse geniessen kann, die positiv in Erinnerung bleiben.

Das Thema Biken auf Wanderwegen wird heiss diskutiert. Bereits heute kommt es pro Jahr zu über 50 Millionen Begegnungen zwischen Bikenden und Wandernden auf dem bestehenden Wanderwegnetz im Kanton Bern, Tendenz stark steigend.

Man kann sich ausrechnen, was passiert, wenn nur ein kleiner Teil der Begegnungen zu heiklen Situationen führt. Insbesondere für ältere Personen, Familien mit Kindern, Hundehalter und Reiter sind entsprechende Begegnungen oft nicht nur unangenehm, sondern schlichtweg gefährlich.

Sicherheit und Erlebnisqualität auch für Bikende

Auch aus Sicht der Bikenden stören Begegnungen mit Wandernden ihre Erlebnisqualität. Eine aktuelle Umfrage, durchgeführt von den Berner Wanderwegen an der Cycle Week in Zürich Ende Mai 2026, zeigt, dass sich eine grosse Mehrheit der Bikenden eine Entflechtung der Wanderwege und der Biketrails wünscht.

Dies insbesondere auf stark frequentierten Wegen und bei unübersichtlichen Passagen.

Dieselbe Umfrage zeigt, dass 63 Prozent der befragten Bikenden nicht wussten, dass Fussgänger auf Wanderwegen Vortritt geniessen. Die Realität führt vor Augen: Wandernde gehen zur Seite, wenn Bikende auf den Wanderwegen daherkommen.

Heikel, wenn auf dem bestehenden Wandernetz geplant wird

Zur Qualitätssteigerung und zur Sicherheit des Velofahrens in der Schweiz trägt das Bundesgesetz über Velowege bei, das im März 2022 in Kraft getreten ist.

Dieses verpflichtet die Kantone, innert fünf Jahren ein Velowegnetz für den Alltags- und den Freizeitverkehr – also auch das Mountainbiken – zu planen. Innert zwanzig Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes müssen die Pläne umgesetzt werden.

Konkret bedeutet das, dass die Planung durch die Gemeinden nächstes Jahr abgeschlossen sein muss. Aktuell besteht also eine kritische Phase.

Die Berner Wanderwege heissen diese Planung im Grunde gut – dient sie doch der Sicherheit. Heikel wird es aber, wenn auf dem bestehenden Wanderwegnetz geplant wird und somit die Erlebnisqualität und Sicherheit der Wandernden und der Bikenden gefährdet wird.

Unterstützung durch die Berner Wanderwege

Aus diesem Grund bieten die Berner Wanderwege den Gemeinden bei der Planung ihre Unterstützung an: «Bikende sind Sportler ohne Infrastruktur», erläutert Jerun Vils, Geschäftsführer der Berner Wanderwege, die heutige Situation. Eine Ausnahme bilden die wenigen existierenden Bikeparks sowie Downhill- und Flowtrails.

«Daher bieten wir an, die Gemeinden, die Biketrails erstellen wollen, bei der Planung und der Realisierung zu unterstützen. Wir schlagen den Bikeorganisationen im Kanton eine Zusammenarbeit vor.»

Der Lösungsansatz der Berner Wanderwege ist eine möglichst konsequente Entflechtung zwischen Wanderwegen und Biketrails. Wo dies nicht umsetzbar und sofern es sinnvoll ist, ist auch die gemeinsame Nutzung der Wege möglich (Koexistenz). Auch wenn dieser Ansatz in der Planung und Realisierung aufwendiger ist, erachtet ihn der Verein als langfristig nachhaltiger.

Im neu veröffentlichten Erklärvideo der Berner Wanderwege wird die Problematik einfach und für alle verständlich erklärt. Es zeigt die aktuellen Herausforderungen genauso wie die Vision des Vereins – eine Vision eines Wanderweg- und Mountainbikenetzes, das für alle funktioniert.

Mehr aus Stadt Bern

bäckerei
66 Interaktionen
«Vertrauen»
2 Interaktionen
Bern
1 Interaktionen
Bern
SC Bern
5 Interaktionen
Kommt von «MySports»

Mehr aus BärnerBär

Thomas Knutti Fahrtests Ü75
350 Interaktionen
Fahrtauglichkeit