Rotgrün gelang in Stadt Bern eine ausserordentliche Mobilisierung

Keystone-SDA Regional
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Bern,

Dem rotgrünen Lager ist in der Stadt Bern bei den kantonalen Wahlen eine ausserordentlich hohe Mobilisierung gelungen. Die Stimmbeteiligung bei den Grossratswahlen betrug hohe 42,3 Prozent.

Adrian Vatter
Politologe Adrian Vatter führt die hohe Stimmbeteiligung in der Stadt Bern auf die SRG-Abstimmung von Anfang März zurück. - keystone

Die Beteiligung in der Stadt Bern war somit um acht Prozentpunkte höher als die kantonale Wahlbeteiligung von 34,3 Prozent. In der zum Wahlkreis Biel-Seeland gehörenden Stadt Biel betrug sie lediglich 27,1 Prozent. Der Wahlkreis mit der tiefsten Beteiligung war der Berner Jura mit 28,3 Prozent.

Die Mobilisierung in der Stadt Bern sicherte Reto Müller (SP) am Sonntagabend schliesslich die Wahl in den Regierungsrat. Das Nachsehen hatte Daniel Bichsel (SVP).

«Das rotgrüne Lager hat den Schwung von der Abstimmung über die Halbierungsinitiative von Anfang März mitnehmen können», sagte der Politikwissenschaftler Adrian Vatter, Professor für Schweizer Politik an der Universität Bern, nach den Berner Wahlen gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Diese Abstimmung habe viele junge Leute politisiert, davon habe Müller nun profitiert.

Dass die Abstimmung vom 8. März und die Berner Wahlen vom Wochenende so nahe aufeinander lagen, sei nun ein Vorteil für Rotgrün gewesen.

Die allgemeine tiefe Wahlbeteiligung im Kanton führt Vatter darauf zurück, «dass sich die kantonale Politik im Sandwich zwischen der kommunalen und der nationalen Politik befindet.»

Bei der kommunalen Politik sei die Betroffenheit vor der Haustür sichtbar, die nationale Politik werde von den Medien vermittelt. «Gerade durch das Schrumpfen der regionalen Medien hat die öffentliche Aufmerksamkeit für die kantonale Politik abgenommen», sagte Vatter weiter.

Um eine höhere Wahlbeteiligung zu erreichen, könnte der Kanton die Wahlen mit Abstimmungen zusammenlegen, schlug Vatter vor, so wie das auch andere Kantone machen würden. «Dann könnte die Beteiligung 45 bis 50 Prozent betragen. Das Resultat wäre viel repräsentativer.»

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