Wasserkraftwerk am Sousbach eingeweiht

Bern,
Am Sousbach im Lauterbrunnental ist am Freitag ein neues Wasserkraftwerk offiziell eingeweiht worden. Mit einer Leistung von 11,4 Megawatt produziert die Anlage jährlich Strom für rund 6700 Haushalte. Der Bau kostete rund 69 Millionen Franken.

Das Kleinkraftwerk gehört einer Aktiengesellschaft, die zu 90 Prozent dem Berner Energiekonzern BKW gehört. Mit zehn Prozent ist die Lauterbrunner EWL Genossenschaft beteiligt. Das Kraftwerk nutzt das Gefälle von rund 900 Metern vom Gebiet unterhalb des Sousläger bis zum Weiler Sandweidli bei Lauterbrunnen.
Herzstück der Anlage ist eine Turbine, die über eine drei Kilometer lange Oberwasserzuleitung gespeist wird, wie die Betreiber in einer Mitteilung schreiben. Der Bau war nicht ganz ohne, denn schon am Anfang des Stollenvortriebs traf man auf eine geologische Störzone, deren Ausdehnung sich erst im Lauf der Arbeiten eingrenzen liess.
Das instabile Gestein machte komplexe Untertagarbeiten nötig, wie es weiter heisst. Der zusätzliche Aufwand schlug sich auch auf der Kostenseite nieder. Ursprünglich ging man von Kosten von rund 50 Millionen Franken aus.
Zusammen mit kantonalen Fachstellen wurden ökologische Ersatz- und Aufwertungsmassnahmen umgesetzt. Dazu gehört die Renaturierung eines Abschnitts der Weissen Lütschine mit Laichplätzen für Forellen.
Die Grundlagen für das Projekt wurden bereits 2008 gelegt. Zunächst sorgte ein Gerangel der beiden Energiekonzerne BKW und Axpo um den Bau des Kleinkraftwerks für Schlagzeilen.
Das einheimische Elektrizitätswerk trat zunächst mit seiner Projektidee an die mehrheitlich dem Kanton Bern gehörende BKW heran. Diese liess die Lauterbrunner abblizen. Als diese aber mit dem Stromkonzern Axpo rätig wurden, sprang die BKW auf den Zug auf und legte ebenfalls ein Projekt vor. 2012 sprach sich das Berner Kantonsparlament in einer emotionalen Debatte knapp für das Projekt der BKW aus. Schliesslich spannten dann doch BKW und EWL zusammen.
Nach der Konzession 2019 und der Baubewilligung 2020 konnten die Bauarbeiten in Angriff genommen werden. Im August 2025 ging das Wasserkraftwerk in den Probebetrieb.




