YB – Loris Benito: «Der von uns, der spielt, wird Captain sein»

Bern,
Am Sonntag geht es los: YB empfängt zum Saisonauftakt den FC Sion. Loris Benito spricht vor dem Start über Zugänge, seine Rolle im Team – und die Konkurrenz.

Das Wichtigste in Kürze
- Mit Cedric Zesiger holt YB einen Spieler zurück, der eine wichtige Rolle einnehmen wird.
- Zesiger komplettiert das IV-Quartett um Gregory Wüthrich, Sandro Lauper und Loris Benito.
- Captain Benito erklärt im Interview, wie er seine Rolle im Team sieht.
Nach 69 Gegentoren in der abgelaufenen Saison war klar, wo die Young Boys in der Vorbereitung den Hebel ansetzen: Die Defensive der Berner wird verstärkt, Isaac Schmidt und Cedric Zesiger kommen. Zudem wird mit Joël Mall eine routinierte Nummer 2 geholt.

Vor allem Rückkehrer Zesiger soll in der Abwehr eine wichtige Rolle einnehmen. Mit dem Linksfuss weist YB nun ein starkes und routiniertes Innenverteidiger-Quartett auf: Gregory Wüthrich, Sandro Lauper und Loris Benito konkurrieren mit Zesiger um die zwei Plätze im Abwehrzentrum.
Als Linksfuss ist Captain Loris Benito der direkte Konkurrent von Neuzugang Zesiger, der auch gleich Vize-Captain wird. Im Nau.ch-Interview spricht der 34-Jährige über die Vorbereitung, das Team und seine Rolle bei YB.
Nau.ch: Loris Benito, ihre Teamkollegen sprechen von einer harten Vorbereitungsphase. Wie fällt Ihr Fazit aus?
Loris Benito: Es war streng, wie immer – was diesmal anders war: Es war eine lange Zeit, mit sechs Wochen ohne Ernstkampf, mit vielen Trainings bei hohen Temperaturen. Aber ich hatte nicht den Eindruck, dass es strenger war als in anderen Jahren.

Nau.ch: Mit der abgelaufenen Saison war man bei YB nicht zufrieden. Wie gut gelang dem Team der Neustart?
Benito: Die letzte Saison steckte nicht mehr so lange in den Knochen, das war sicher positiv. Es tut auch immer gut, wenn man etwas abschliessen kann. Die letzten fünf, sechs Wochen der letzten Saison waren zermürbend, weil man merkte, es war schwierig, noch etwas zu erreichen.
Dann ist es auch mal gut, wenn etwas abgeschlossen ist. Ich finde, die Mannschaft ist sehr gut aus den Ferien zurückgekommen, die Ausrichtung stimmt wieder. Alle hatten Lust, wieder loszulegen.

Nau.ch: Mit Cedric Zesiger kehrt ein Innenverteidiger aus der Bundesliga zurück. Wie sehen Sie die neue Situation in der Abwehr?
Benito: Auf dem Platz ist klar: In der letzten Saison gab es kaum Alternativen zu mir als Linksfuss auf der Position des linken Innenverteidigers.
Jetzt kommt mit Cedric Zesiger jemand zurück, der eine Vita hat – auch bei YB. Er ist im Strumpf und fünf Jahre jünger als ich. Für mich als Spieler ist das eine logische Folge einer weitsichtigen Planung des Clubs: Wenn man so einen Spieler zurückholen kann, muss man das machen.

Das heisst, dass der Konkurrenzkampf jetzt angefacht ist. Ich will dem Trainer die Entscheidung möglichst schwer machen. Ich fühle mich noch sehr gut. Ich habe noch ein, zwei Saisons in den Beinen, in denen ich das Team positiv beeinflussen kann.
Der Trainer wird am Schluss entscheiden. Ich schaue dem Ganzen entspannt entgegen und freue mich, wenn wir gut aus den Startlöchern kommen.
Nau.ch: In der Rückrunde haben sie auch mehrfach wieder als Linksverteidiger gespielt. Ist das auch für die neue Saison eine Option?
Benito: Ich hoffe natürlich, dass der Trainer das im Hinterkopf behält. Natürlich haben wir dort mit Stefan Bukinac und Olivier Mambwa zwei Talente, ich verstehe, dass man die fördert und pusht. Das Wichtigste für den Verein ist der Erfolg.
Nau.ch: Was bedeutet der Transfer von Zesiger für Ihre Rolle in der Mannschaft und das Captain-Team bei YB?
Benito: Ich bleibe Captain, aber logisch: Wer von uns beiden spielt, der wird auf dem Platz der Captain sein. Sollten wir mal beide gemeinsam auf dem Feld stehen, trage ich das Bändeli. In der Kabine wird sich meine Rolle nicht gross verändern. Am Schluss bin ich der Captain dieses Teams und werde dafür sorgen, dass der Kitt da ist und wir zusammenhalten.

Nau.ch: Nach 69 Gegentoren in der Vorsaison stand die Defensive in der Kritik. Wie wurde, abgesehen von den Transfers, daran gearbeitet?
Benito: Ich verstehe, dass man dieses Thema immer wieder aufgreift. Man muss aber auch verstehen: Die Defensivarbeit betrifft nicht nur die Verteidiger, sondern die ganze Mannschaft.
Es braucht Abläufe und Automatismen, die die Gefahr vom eigenen Tor weghalten. Man muss Angriffe vorzeitig unterbinden, das beginnt schon weiter vorne. Mit Cedric Zesiger und Isaac Schmidt haben wir Qualität in der Verteidigung erhalten, das wird sicher helfen. Daneben haben wir auch die Zusammenhänge und Abläufe genauer angeschaut.
Am Sonntag gilt es für YB erstmals ernst: Um 14 Uhr empfangen Loris Benito und sein Team den FC Sion im Wankdorf.













