Junge Grüne wollen einen freiwilligen sozialen Dienst für alle

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Bern,

Die Jungen Grünen fordern die Abschaffung der Wehrpflicht und stattdessen einen freiwilligen sozialen Dienst.

Wehrdienst
Doppelbürger sollen die Schweizer Wehrpflicht nicht mehr so leicht umgehen können. (Symbolbild) - keystone

Wer es will, soll in der Schweiz künftig freiwillig einen sozialen Dienst leisten können, und solche Dienst-Einsätze sollen besser bezahlt werden als heute. Das fordern die Jungen Grünen in einem Positionspapier.

Im am Montag den Medien zugestellten Papier fordern die Jungen Grünen, die heutige Wehrpflicht abzuschaffen. Einführen wollen sie stattdessen einen freiwilligen sozialen Dienst, der allen ab 15-Jährigen offen steht, die die obligatorische Schule beendet haben.

Wer einen solchen freiwilligen Dienst leistet, soll dafür mit mindestens 120 Franken pro Einsatztag bezahlt werden. 80 Prozent des vorherigen Lohnes sollen garantiert bleiben.

Zahl der Dienste selbst bestimmen

Die Zahl der Diensttage soll selbst bestimmt werden können. Ein Einsatz soll mindestens 26 Tage und höchstens 730 Tage – zwei Jahre – dauern. Auch Teilzeit-Dienste sollen zulässig sein. Care-Arbeit und gewisse freiwillige Leistungen wollen die Jungen Grünen als Dienst anerkennen und damit ein Einkommen ermöglichen.

Die Wehrpflicht führe zur Zwangsmilitarisierung der Gesellschaft und jede Art der Dienstpflicht sei ein massiver Eingriff in die persönliche Freiheit der Einzelnen, schrieben die Jungen Grünen zum Positionspapier. Verabschiedet hatten dieses ihre Mitglieder.

Keine Erhöhung der Hürden für Zivildienst

Die Jungen Grünen lehnen es ab, die Hürden für den Zugang zum Zivildienst zu erhöhen, damit weniger Männer von der Armee zum Ersatzdienst wechseln. Sie wollen die Vorlage dazu, die im Parlament hängig ist, mit dem Referendum bekämpfen. Gleiches hat der Zivildienstverband Civiva angekündigt.

Über einen obligatorischen Bürgerdienst für alle – ob beim Militär, für die Allgemeinheit oder die Umwelt – hat Ende November das Stimmvolk zu entscheiden. Dann stimmen Volk und Stände über die Service-citoyen-Initiative ab. Bundesrat und Parlament empfehlen ein Nein.

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